Sie schreibt Seeländer Lyrik
(Berner Zeitung vom 13.04.04)
Die Lyrikerin
Margot S. Baumann und der Kleinstverlag kari-kani sind ein Seeländer
Literaturgespann.
von Christophe
Pochon
"Die letzte
Schlacht" nennt die in Worben lebende Lyrikerin Margot S. Baumann ihre
Ballade, die den Auftakt bietet zu einer kleinen Anthologie von Gedichten
dieser Art. "Das Balladenbuch" ist bei kari-kani, dem kleinen Seeländer
Spezialverlag für handgebundene Bücher, erschienen.
Die Seele ist in
Margot Baumanns Poesie sehr gut zu spüren. In "Kinderglück" im Band "Reise
und andere Gedichte" scheinen die eigenen Erlebnisse der 1964 in Leutwil
im Kanton Aargau Geborenen eingefangen zu sein, hat sie doch nach ihren
eigenen Worten eine sehr schöne Kindheit verlebt. "Bunte Murmeln.
Glatte Steine. / Schnur aus Perlen. Farbig Glas. (…) Erste Liebe. Barfuss
laufen. / Gute Noten. Saure Drops. / Spielzeugläden. Selber kaufen. /
Videos und Rumgehops." Doch: "Das Gedicht 'Kinderglück' ist eher für
meine Tochter entstanden, die soeben neun Jahre alt wurde. Sie steht jetzt
mittendrin. Ich wollte aufschreiben, was für sie jetzt wichtig ist."
Nicht nur autobiografisch
Baumann möchte
ohnehin nicht, dass ihre Gedichte alle als autobiografische
Momentaufnahmen gedeutet werden ("ich will nicht mein Innerstes nach
aussen kehren"); auch Eindrücke nicht nur aus Filmen, sondern auch aus
Liedern finden ihren Niederschlag in den Versen. Und wichtig sind in
diesem Zusammenhang weiter die Einblicke in Schicksale, die ihr der Beruf
in Bern - sie ist zu 60 Prozent Verwaltungsangestellte der Reformierten
Kirchen Bern/Jura/Solothurn und führt viele Gespräche mit Pfarrern und
Angestellten - gewährt.
Margot S. Baumann
hat auch Träume. Beispielsweise jenen, einmal auch einen Roman zu
schreiben. "Ein Buch mit einer abgeschlossenen Geschichte." Aber mit Kind
und Partner - dem Vater der Neunjährigen - im gemeinsamen Haushalt, mit
Hund und Beruf sowie weiteren Hobbys neben dem Schreiben ist sie
ausgelastet. Der nächste Schritt ist für sie wohl die Veröffentlichung von
Kurzgeschichten.
kari-kani
kari-kani heisst
der Kleinverlag im Seeland, der die Bücher von Margot S. Baumann verlegt.
Alleininhaber und -betreiber Stefan Krebs erläutert, was der Name heisst:
"kari" ist die japanische Bezeichnung für Graugans, "kani" jene für Krebs.
Der Titel eines Gedichtes von Baumann und sein eigener Geschlechtsname
haben zu kari-kani geführt. Der über Kenntnisse der japanischen Kultur und
Sprache verfügende, in der Bundesverwaltung tätige Krebs zügelt seinen
Verlag gegenwärtig von Busswil b. Büren nach Studen. Der 34-jährige
Verfasser von Romanen, Kurzgeschichten und Novellen hat die Bücher von
Baumann, seiner bisher einzigen Fremdautorin, persönlich von Hand
gebunden. Er ist auch für die Illustrationen verantwortlich - mit
Bleistift und Tusche bisher oder neu auch auf dem Computer gemalt. Bei
seinem Schaffen beflügelt ihn die Liebe zum Buch. Er vergiesst Herzblut
für kari-kani und über die Rentabilität will er erst später nachdenken.
Bibliografie:
"Wind und andere
Gedichte", "Reise und andere Gedichte", "Gewitter - Gedichte aus der
Nebelzone des Lebens", "Das Balladenbuch".
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