Das Balladenbuch
Leseprobe
Die lange Reise (Auszug)
...
In dieser Nacht schrecken ihn Träume.
Sieht Blut und Leid und Todesfee.
Als wenn den Morgen er versäume,
Erwacht er, geht hinab zum See.
Aus hohler Hand er trinkt das
Wasser,
Ein Wiehern hört er hinter sich.
Die Hand ergreift das scharfe Messer.
Zu spät. Fühlt schon den ersten Stich.
Der Gegner greift an seine Kehle,
Dass nicht Alarm er geben kann.
Versucht, mit Hand ihn zu erwürgen.
Sie kämpfen lautlos – Mann zu Mann.
Da plötzlich löst sich kurz die
Hand.
Laut schreit er ihren Angriffsruf.
Sieht Schatten vor der Felsenwand.
Hört Scharren fremder Pferdehuf‘.
Das Lager ist jetzt voll erwacht.
Schon brennen Zelte lichterloh.
Die Schreie dringen durch die Nacht.
Wer konnte, mit den Seinen floh. ... |