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wortgestöber
Leseproben
Poesie in Flammen
Ich kann die Worte nicht mehr lang
verhehlen,
Sie formten meiner Seele sich im Klaren,
An Klarheit aber woll'n versteckt sie sparen
Und gut verschlüsselt und subtil hier schwelen.
Am Umbruch jedoch soll's gewiss
nicht fehlen,
Entzündbar will die Absicht ich bewahren,
Dem Leser Stück für Stück sie offenbaren
Und Funken stiebend aus den Versen schälen.
Die Bilder meines Geistes sollen
spriessen,
Der Seele jedes Kopfes sich erschliessen.
Und mag er meine Augen noch verdammen,
So mögen ihre Saaten in ihm reifen,
Mein Feuer auf sein Denken übergreifen.
Ich steck' die Welt poetisch ihm in Flammen.
© konnOr
Unerfüllt
Ich gehe mit
der Einsamkeit auf Reisen
und möchte aus dem Alltagslärm entschwinden.
Dass stille Tage neue Wege weisen
und helfen, zu mir selbst zurückzufinden.
Ich habe viel
erreicht in all den Jahren
und hätte allen Grund erfreut zu sein.
Was will ich noch? Wohin soll ich noch fahren?
Voll Ungewissheit lauf’ ich querfeldein.
Ich schaue von
dem Berg, den ich erklommen,
wo stets ein Ziel und stets ein Aufstieg war.
Doch all das ist vor meinem Blick verschwommen;
nur das Familienfoto sehe ich noch klar.
Da hören die
Gedanken auf zu kreisen.
Die Sehnsucht ist nun stark wie nie bisher:
Ich bin mit trister Einsamkeit auf Reisen.
Das Zweibettzimmer ist so schrecklich leer.
© Christian Mohr |
wortgestöber
Leseproben
Tal der Reue
Komm mit mir
ins Tal der Reue
und sieh dir meine Flüsse an
Blickst du dort, das Reh, das scheue?
Auch sie ist meiner Untertan
Frage nicht nach Kennerblicken
noch Theorien, oder Witz
Wenn es galt sie auszuschicken
war ich meist schneller als der Blitz
Jedoch gilt mein Sinnen Trauer
stehen wir an wunder Stelle
brech ich dich durch eine Mauer
meiner Emotionskastelle
Doch vergib mir, ich war Asche
siehst du auf dem Haupt geschrieben
Wenn ich nur noch eins erhasche
sei's dein Lächeln um halb sieben
© Kevin Mc Loughlin
Grenzgänger
In schwarzer Nacht, wenn meine Geister rufen, Entsende ich mein Sein in klamme Grüfte. Die Seele wacht trotz schlafestrüber Lüfte In sanftem, gelben Schein, den Tote schufen. Wir sind vereint. Und traute, dunkle Augen Erwecken alte Zeit - schon lang vergangen. Wie eingeschreint die Spanne in Verlangen; Sie reicht nicht weit - Am Tag kann sie nicht taugen. Ich wandle tief. Kein Leben folgt den Spuren. Und wenn das Wort erklingt, dann ohne Zwingen. Was g'rad noch schlief entfaltet seine Schwingen. Zu meinem Trost es singt - nach Partituren. Im Morgengrau'n, da muss ich wieder ziehen, Doch wahr' ich Euer Bild - ganz unvergessen. Ein Wiederschau'n kann ich noch nicht ermessen, So ist, was Sehnsucht stillt, mir nur geliehen.
© Andreas Germann |