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Christian Stahlhut

Christian Stahlhut

Geboren zur Tag-und-Nacht-Gleiche im 12. Jahr nach dem 2. Weltkrieg. Wuchs auf  mit vier Geschwistern in der Beamtensiedlung Schmachtendorf  im katholischen Münster. Fiel zunächst durch eine ausgeprägte Essneigung auf, die sich später verflüchtige, ebenso wie seine anfängliche Lernbegierde. Verspielt und niereif, zu Widerworten und närrischem Verhalten neigend, mogelte er sich fortan durchs Leben. Seine sprichwörtliche Faulheit „stank“ nach der Aussage seines ersten Klassenlehrers auf dem Gynmasium „weit über die Erphokirche in das deutsche Land hinein.“ Ein späterer Klassenlehrer empfahl ihm nach einer missglückten Klassenarbeit: „Schreib doch mal Gedichte.“

Nach dem Abitur  zunächst unschlüssig, verirrte er sich bald darauf in den Studiengängen der Germanistik, Philosophie und Publizistik. Dem heftigen Engagement in einer katholischen Studentenverbindung folgte ein Einkehrjahr in Wien. Mönchische Ambitionen legten sich mit dem Erscheinen seiner späteren Frau. Doktorarbeit über Heidegger zum Thema „Sprache und Ethos“. Lektorat an der Sophia-Universität in Tokyo. Seit 1987 lebt er in Berlin, wo er sich zunächst als freier Autor mit Essays und Rezensionen beim Rundfunk verdingte. In diese Zeit fielen erste größere Schreibbemühungen, die überwiegend in der Schublade landeten.

Mit der Geburt seines Sohnes Caspar (1991) verlagerte sich der Schwerpunkt seiner Tätigkeit. Fortan arbeitete er als Vater, Hausmann, Übersetzer, Dichter und Senker (Sargträger). Seit 1998 ist er Leiter eines Kreuzberger Kinderhauses.

Im Augenblick schreibt er an einer Kurzbiographie und muss wieder einmal einsehen, dass der Versuch über das Leben zu schreiben, nur misslingen kann. Wie gern sitze ich in meinem Leben und schweige, denkt er, und doch drängt es mich immer wieder zur Sprache und zum geschriebenen Wort. So sehr ich an der Mitteilbarkeit der eigenen Erfahrungen zweifle, so verzweifelt arbeite ich an meiner Verstehbarkeit. In letzter Zeit schreibe ich wieder Gedichte. Ich glaube, es ist die Lust an der Sprache, das Spiel mit den Worten und der Versuch, einen eigenen Ton zu finden, was mich antreibt. Ich glaube, es ist das Leben.

Bibliographie