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Angelika Pauly

Angelika Pauly

An einem grauslig-verregneten Oktobertag schrieb ich gerade an einer weiteren „Julius“-Geschichte – Julius ist ein, wenn auch genial-fähiger, so doch ziemlich durchgeknallter Physiker mit abstrusen Idee, ständig knapp am Nobelpreis vorbei experimentierend – als der Protagonist nicht mehr mitmachte, aus der Geschichte und dem PC ausstieg, sich vor mir aufstellte (er war nur daumengroß und mein Daumen ist recht klein) und fragte: „Wer bist du eigentlich, daß du so Geschichten über mich schreibst?“.

Daraus entstand folgendes Interview:

Hallo Angelika, der interessierte Leser und vor allen Dingen ich, möchten wissen, wer du bist.

"Nun, ich bin eine Schreiberin mit Buchstaben in den Hosentaschen und Wörtern im Ärmel."

Warum schreibst du?

"Weil es in mir drin ist und raus will."

Geboren?

"April 1950"

Also taufrisch bist du auch nicht mehr...

"Vorsicht, Freundchen, sonst stopfe ich dich gleich wieder in Deine Geschichten!"

Sorry!

"Okay, schon gut."

Kannst du auch noch etwas anderes als schreiben?

"Ich kann Gitarre spielen und singen und rechnen wie der Teufel."

Aber von Physik verstehst du nichts?

"Nun ja, nicht direkt, habe aber viel gelesen..."

Traurig, traurig und dann über einen Physiker schreiben ... hast du denn einmal etwas Richtiges und Anständiges gelernt?

"Ja doch, ich besitze den Schriftsetzer-Gesellenbrief, das Fachabitur habe ich auch gemacht und dann habe ich noch - ungefähr bis zum Vordiplom - Mathematik studiert."

Wie paßt das denn zusammen? Scheinst ja irgendwie seltsam zu sein, irgendwie...

"Das sagst ausgerechnet du..."

Meine Ideen sind sensationell, was man von deinen Geschichten nicht behaupten kann!

"War’s das? Hab‘ jetzt keine Lust mehr..."

Ich ergriff den Däumling und steckte ihn wieder zwischen die Tasten meines Keyboards, wo er protestierend und zappelnd verschwand.

Hey, ich bin noch nicht fertig!
schrie er noch aus den Tiefen meines Notebooks aber das nützte dem Frechling auch nichts mehr. Die „Julius“-Geschichte an diesem Tag fiel nicht sehr freundlich aus.

Bibliographie